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2008 gab mir ein Buch den Namen unserer Agentur. 2026 gibt es mir die Inspiration für KI
Ein Soziologiebuch über Handwerk hat vor über 15 Jahren „Crafft" geprägt – und erklärt heute, warum KI unsere Werte nicht ersetzt, sondern kostbarer macht.
Michael
Ruetti

2008 habe ich ein Buch gelesen, das mich bis heute begleitet: «Handwerk» von Richard Sennett. Darin beschreibt der US-amerikanische Soziologe Handwerk nicht nur als Arbeit mit den Händen, sondern als Haltung: der Anspruch, eine Sache um ihrer selbst willen gut zu machen – geduldig, neugierig und mit der Bereitschaft, weiterzugehen, als man für möglich gehalten hätte. Nicht nur mit den Händen, vor allem mit dem Kopf.
Diese Idee hat mich so begeistert, dass ich meinen damaligen Partnern «Crafft» als Namen für unsere neue Agentur vorschlug – der zweite F nutzen wir, um unser Zusammenspiel von Form und Funktion zu unterstreichen.
Knapp 20 Jahre und über 2600 Projekte später steht dieser Name noch immer über unserer Arbeit: Crafft.
Denn Design war für uns nie nur Gestaltung. Es ging immer darum, echten Nutzen zu stiften – und ihn mit guter Form zu verbinden. Nicht «form follows function». Sondern: Design ist Funktion.
Und jetzt? Jetzt passiert etwas, das mich seit langem nicht mehr so elektrisiert hat.
KI verändert gerade, was Unternehmen sich überhaupt vorstellen können. Was gestern Wochen brauchte, entsteht heute in Stunden. Ideen, die wir früher verworfen hätten, weil sie zu aufwendig waren, sind plötzlich machbar. Letzte Woche haben wir für ein Kundenportal drei klickbare UX-Prototypen gebaut – etwas, das früher eine Woche gedauert hätte, entstand an einem Nachmittag. Nicht schlechter. Nur schneller zugänglich, um die richtige Idee überhaupt erst zu finden. Ich erwische mich abends dabei, wie ich Dinge ausprobiere, einfach weil es jetzt geht – diese pure Lust am Bauen ist zurück.
Das Schönste daran: Unsere alten Werte werden dadurch nicht kleiner. Sie werden kostbarer.
Denn wenn plötzlich alles möglich ist, zählt nicht mehr, wer am meisten produziert. Sondern wer aus tausend Möglichkeiten die richtige auswählt. Wer Komplexität verständlich macht. Wer Form und Funktion so zusammenbringt, dass am Ende etwas entsteht, das Menschen wirklich etwas bedeutet.
Genau das ist Handwerk. Und genau hier treffen sich für mich das Alte und das Neue: die Geduld und der Anspruch von gestern, in den Händen mit den Werkzeugen von heute.
Daraus wollen wir digitale Produkte machen, die ein Markenversprechen bis ins letzte Detail einlösen – mit derselben Sorgfalt wie immer, nur mit ungleich mehr Möglichkeiten.

